Wir, Ortsamtsleiterin, von Gottes Gnaden
27.06.2018

Über die Beiratssitzung Walle am 14.6.2018

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Artikel bis Februar 2013
24.02.2017

Meine erste Homepage ging am 21.02.2011 online. Ich schaltete sie am 24.02.2013 ab. Der Grund:...

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Wo bleiben die E-Mobile?
24.08.2011


Gebrauchtes E-Mobil

Frau Deters (66) ist meine Nachbarin. Sie war lange gehbehindert und hatte von der Krankenkasse einen Gehbock, einen Rollator und ein E-Mobil bekommen. Tolle Erfindungen! Nun ist sie glücklich operiert und kann wieder gehen. Weil ihre Gehhilfen nicht mehr gebraucht werden, Platz wegnehmen und noch gut sind, versuchte Frau Deters, sie der Krankenkasse bzw. dem medizinischen Warenhaus, das sie im Auftrag der Krankenkasse vertreibt, zurückzugeben. Das gelang ihr nicht. Gehbock und Rollator warf sie weg. Das E-Mobil, das praktisch neu ist, weil nur wenige Stunden gefahren, bat sie mich für sie zu verkaufen oder notfalls zu verschenken. Ich bin auf den „Weser-Kurier“ abonniert und kann dort einmal die Woche gratis eine Anzeige aufsetzen. Neun Mal inserierte ich das gute Stück. Vergeblich. Ich war ratlos. Ein E-Mobil für 450 Euro und das noch zur Verhandlung, aber niemand ruft an? Da stimmt doch etwas nicht. In der Tat! Des Rätsels Lösung ist: Kein Kassenpatient braucht sich ein E-Mobil zu kaufen, seine Krankenkassen besorgt ihm eins. Allerdings überlässt sie Vertrieb und Rücknahme der E-Mobile den medizinischen Warenhäusern. Die aber verkaufen lieber neue Geräte, als alte Geräte wieder einzusammeln, zu überprüfen, verkaufsfertig zu machen und wieder auszugeben. Da ist die Gewinnspanne weit höher.

Die AOK hat allein in Bremen 235.000 Kunden. Wie viele E Mobile mag sie wohl jährlich genehmigen und lässt sie ausgeben? 100? 1.000? Ich weiß es nicht, aber nehmen wir das einmal an, um eine Vorstellung von der Summe Geldes zu bekommen, um die es geht. Ein E-Mobil kostet rund 2.000 €. Das wären rund 2 Millionen € pro Jahr allein für die Ausgabe von E-Mobilen! Verstirbt ein Kunde der AOK oder wird er, wie Frau Deters, wieder gesund, könnte das E-Mobil wieder anderen Patienten zur Verfügung gestellt werden. Das wäre wirtschaftlich und vernünftig. Dem ist offenbar nicht so.

Bei der Senatorin für Gesundheit ist Herr Kirchner für die AOK Bremen zuständig. Das ist seine alleinige Aufgabe. Ihn bat ich am 1. Juli d.J., mir zwei Fragen zu diesem Thema beantworten :

„1. Wie viele E-Mobile hat die AOK in 2010 mit welchem Kostenteil insgesamt und im Durchschnitt an ihre Versicherten ausgegeben bzw. über die Medizinischen Warenhäuser ausgeben lassen: a) in Eigentum übergehend; b) leihweise;

2. Wie viele der geliehenen E-Mobile mit welcher Laufzeit 2010 kamen zurück, weil die Nutzer verstorben oder gesundet waren, und wie hoch war der Ertrag dieser Gebrauchtgeräte einschließlich Transport, Instandsetzung und Wartung.“

Am 16. August antwortete mir Herr Kirchner. Er schrieb: „Zwischenzeitlich hat mir die AOK Bremen/Bremerhaven mitgeteilt, dass eine Auswertung der dort vorliegenden Daten hinsichtlich der von Ihnen aufgeworfenen Fragen nicht möglich sei.“ Ich staunte: In unserer computergesteuerten Welt sind weder die AOK noch die behördliche Aufsicht in der Lage, einen Überblick über den Bereich der Medizinischen Hilfsmittel zu geben? Sind sie dazu unfähig oder unwillig? Solche Gedanken möchte Herr Kirchner beiseite schieben. Er schreibt weiter: „Gleichzeitig wies die AOK Bremen/Bremerhaven darauf hin, dass sie „die Versorgung mit "E-Mobilen" bestmöglich durchführe(n). Dieses sowohl unter den Aspekt der Kundenzufriedenheit, als auch der Wirtschaftlichkeit.“

Das sei ja gesetzlich so geregelt. Herr Kirchner weist also „in diesem Zusammenhang auf Folgendes hin“:

„Die Führung der Aufsicht über einen Träger der Sozialversicherung unterliegt u. a. dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Nach diesem Grundsatz hatte ich die AOK Bremen/Bremerhaven um Beantwortung der von Ihnen gestellten Fragen gebeten, soweit dies ohne großen Verwaltungsaufwand möglich sei. Um darüber hinaus gehend auf einer Ermittlung der notwendigen Daten ohne Rücksicht auf den damit verbundenen Aufwand zu bestehen, hätte es eines anlassbezogenen Grundes bedurft. Einen derartigen Grund, der zudem den Anforderungen des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit entsprochen hätte, habe ich in Ihrer Anfrage nicht erkennen können.

Dies gilt umso mehr, als mir aus eigener Kenntnis bekannt ist, dass die AOK Bremen/Bremerhaven bei der Versorgung ihrer Versicherten mit Hilfsmitteln auf ein Versorgungsmanagement zurückgreifen kann, das Aspekte der Wirtschaftlichkeit berücksichtigt.“

Soweit Herr Kirchner. Da denke ich so bei mir: Krankenkassen, Medizinische Warenhäuser und Behörde arbeiten so eng zusammen, da passt kein Blatt Papier zwischen, also auch kein weiterer Versuch, das Licht der Aufklärung in diese mafiösen Strukturen bringen zu wollen.

Ich gebe auf.




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