Wir, Ortsamtsleiterin, von Gottes Gnaden
27.06.2018

Über die Beiratssitzung Walle am 14.6.2018

[mehr]

Artikel bis Februar 2013
24.02.2017

Meine erste Homepage ging am 21.02.2011 online. Ich schaltete sie am 24.02.2013 ab. Der Grund:...

[mehr]


SPD-Unterbezirk Bremen-Stadt hat Kummer als Vorstandsvorsitzende gewählt
18.03.2012


Radio Bremen zeigte am Samstag, 17. März 2012, 13:46 Uhr, auf der Nachrichtenseite seiner Homepage an:

SPD-Unterbezirk Bremen-Stadt

Kummer als Vorstandsvorsitzende gewählt

 

Uta Kummer ist neue Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Bremen-Stadt.

Der Mitgliederstärkste Verband der Bremer SPD, der Unterbezirk Bremen-Stadt hat am Samstag einen neuen Vorstand gewählt. Die ehemalige Bürgerschaftsabgeordnete Uta Kummer setzte sich dabei gegen den Amtsinhaber Angelo Caragiuli durch. Die 45-Jährige erhielt 118 von 161 abgegebenen Stimmen. Das entspricht 73,2 Prozent.

Ich reagierte auf dieses Ereignis mit einem Gruß an beide Kandidaten in der Sendung „Grüße und Musik“ am Nachmittag mit folgendem Text:

„Hier ist Martin Korol. Der Unterbezirksparteitag der SPD hat heute im Bürgerzentrum Vahr die Genossin Uta zur neuen Vorsitzenden auf zwei Jahre gewählt. Gratulation.

Lieber Angelo. Hat leider nicht geklappt. Aber Du bist noch jung und gibst nie auf!

Amy Winehouse singt ganz passend dazu . „Our day will come“. Dankeschön an die Redaktion.“

Der Parteitag ging von zehn bis 15:30 Uhr. Ort: Gesamtschule Ost.

Die GSO kenne ich seit 40 Jahren, immerhin wohnten wir 25 Jahre in der Sankt-Gotthard-Straße und fünf Jahre in der Luganer Straße. Praktisch um die Ecke. Schulleiter der GSO ist Franz Jentschke. Ein Mann mit tollen Ideen und einer ungeheuren Tatkraft. Er machte aus einer verachteten Gesamtschule eine moderne Schule mit einem phantastischen Image. So einen Schulleiter wünschte man sich mehr in Bremen und wünschte ich mir in unserer Partei! Aber Franz J. bleibt bewusst parteilos.

Ein Gespräch mit ihm und über ihn macht mir immer wieder klar, dass es auf der einen Seite Organisationsstrukturen gibt, die mehr oder weniger günstig für Lernen sind, dass aber das entscheidende Moment die Persönlichkeit der Lehrkräfte und der Menschen ist, die an führender Stelle stehen. Gerade wir Sozialdemokraten neigen dazu, die persönliche Verantwortung für weniger wichtig zu halten als die so genannte „Struktur“. So pflegen wir häufig ein Menschenbild, das Gefahr läuft, den Einzelnen zu entmündigen und zum Opfer zu erklären und das Ausmaß seiner mit Verantwortlichkeit zu verdrängen. Die Tradition des antikapitalistischen Denkens und der Wunsch, keine „bürgerliche“ Partei wie Die Grünen, sondern eine proletarisch orientierte Partei zu sein, mag dafür mitverantwortlich sein. Das würde auch den Misserfolg unserer Bildungspolitik erklären: Unser Menschen- und Feindbild macht es uns schwer, einem Kind, das wenig erfolgreich lernt, ein gerüttelt Maß an Verantwortung dafür ihm selbst und seiner Familie zuzuweisen. Wir denken lieber in „Strukturen“. Der andere Teil unseres Versagens dürfte darin bestehen, dass wir uns ungemein schwertun damit, unser eigenes Verhalten, wenn es erfolglos ist, zur Disposition zu stellen und es selber souverän zu kritisieren.

Das mal so am Rande gesagt.

Ich habe mich über die GSO als Ort des Parteitages auch deswegen gefreut, weil ich Frau Spinning und ihr Team in der Mensa wieder traf. Vom Kartoffelsalat mit Würstchen, Frikadelle oder Fisch bis hin zum Cappuccino war wieder alles bestens.

Zum Ergebnis der Abwahl von Angelo und der Wahl von Uta:

Ich gehörte zu der Minderheit, die für Angelo votiert hatte. Dabei hatte ich ihn vor zwei Jahren, als er zum UB-Vorsitzenden gewählt wurde, nicht gewählt, sondern damals meine Stimme Rolf Prigge gegeben. Wie es sich gehört, war ich dann auf Angelo zugegangen, hatte ihm das gesagt, aber auch, dass ich offen für ihn sei. In den zwei Jahren seiner Amtszeit erlebte ich in Wahlkämpfen und im Alltag Angelo als fleißig, ideenreich, humorvoll und solide. Negatives über ihn hörte ich von keiner Seite. So war ich völlig überrascht, als ich davon hörte, dass das Parteiestablishment mit ihm unzufrieden sei und dass Uta Kummer gegen ihn antreten werde. Noch überraschter war ich vom Wahlergebnis. Uta siegte so etwas von eindeutig, wie ich das nie vermutet hatte.

Das zeigte wieder einmal, dass ich trotz meiner Aktivitäten in der Partei gerade einmal über das an Themen informiert bin, was man als „Mainstream“ bezeichnet, aber die Interna der Partei sind mir immer noch völlig unbekannt. Ein Kosmos für sich. So ist das, vermute ich, wenn ich diese Erfahrung verlängere, wohl in allen Parteien, Verbänden, Vereinen und auch in den Kirchen. Mögen sich diese Einrichtungen auch noch so demokratisch gebärden, sie sind doch offenbar sehr oligarchisch organisiert. Das macht auf der einen Seite ihre Effektivität aus, auf der anderen Seite könnte das auch einer der Gründe dafür sein, dass Jugend sich mit diesen Einrichtungen denn doch sehr schwer tut. Ihr Denken ist eher demokratisch und auf Transparenz hin ausgerichtet. Ich bin gespannt, wie sich die Piratenpartei entwickelt.

Und natürlich bin ich gespannt darüber, welche Politik Uta Kummer machen wird, thematisch und personell. WK/BN meldete am Sonntag, 18. März dazu:

Uta Kummer kündigte an, sie werde sich dafür engagieren, dass in der Parteiarbeit die Aktivitäten der Ortsvereine gebündelt würden und Wert auch auf die Verzahnung mit dem Unterbezirk gelegt werde. Der Unterbezirk Stadt soll sich nach ihrem Wunsch künftig "noch mehr einmischen" und dafür sorgen, dass sich "die SPD bemerkbar macht".

Ich bin gespannt, wie das in zwei Jahren aussieht. Meinen Segen hat sie.




<- Zurück zu: Aktuelles