Wir, Ortsamtsleiterin, von Gottes Gnaden
27.06.2018

Über die Beiratssitzung Walle am 14.6.2018

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Artikel bis Februar 2013
24.02.2017

Meine erste Homepage ging am 21.02.2011 online. Ich schaltete sie am 24.02.2013 ab. Der Grund:...

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Lesung „Tag und Nacht Integration“, Marktplatz Bremen, 12.-13. Mai 2012 - RELOADED
13.05.2012


WK/BN meldete am 13.5.2010: „Es ist ein Marathon des Vorlesens: Gestern hat er begonnen, heute Punkt 12 Uhr wird er beendet. Unter dem Motto „Tag und Nacht Integration“ lesen 48 Bremerinnen und Bremer in einem Zelt auf dem Marktplatz aus selbst gewählten Texten, um auf die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund aufmerksam zu machen. Jede halbe Stunde wechseln sie sich ab." WK/BN würdigte dieses Ereignis, wenn auch mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus über die geringe Zahl der Zuhörer. Nun ja, diese Stadt wird eben immer geistloser. Finde ich. Umso begrüßenswerter sind Initiativen wie diese.

Veranstalter der 24-Stunden-Lesung war die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), deren Bremer Niederlassung Herr Dr. Altenhof leitet. Die KAS steht der CDU nahe. Wer es nicht weiß: die meiner Partei nahestehende Stiftung ist die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES); die Grünen haben die Heinrich-Böll-Stiftung (HBS), die FDP die Friedrich-Naumann-Stiftung (FNS), die Linken die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) und die CSU die Hanns-Seidel-Stiftung (HSS). Ich, Genosse, habe da keine Berührungsängste. Im Gegenteil: das Fremde reizt mich. 1967 war ich Soldat, in München stationiert und ergatterte eine Einladung der HSS für die NATO-Sicherheitskonferenz. Zusammen mit der FNS machte ich eine Reihe Seminare für Schülerinnen und Schüler der (damaligen) Kleinen Helle und des (damaligen) Abendgymnasiums Bremen. An Seminaren der FES nehme ich regelmäßig teil, selbst wenn sie in Hamburg stattfinden. Der Geist weht eben, wo er will, und wo er weht, da setze ich meine Segel. Es macht mir immer wieder große Freude, meine Katholiken auf die notwendige Ökumene hinzuweisen und meine Genossen und Genossinnen darauf, dass für mich die jeweilige Parteizugehörigkeit nicht unwichtig ist. Aber wichtiger sind mir Menschen mit Idealen, Tugenden und Ideen und das Wohl Bremens, Deutschlands, Europas und der Welt. In der Reihenfolge.

Veranstaltungen der KAS Bremen hatte ich schon häufig besucht. Sie waren immer ein Gewinn. Nun vermittelte sie mir an diesem Sonntag, dem 13. Mai 2012, einen Auftritt besonderer Art. Von frühmorgens 1:00 Uhr bis 2:00 Uhr las ich in einem Zelt, das die KAS zwischen Rathaus und Bürgerschaft aufgestellt hatte, drei Texte, passend zum Thema der Veranstaltung „Tag und Nacht Integration“: Zuerst einen Ausschnitt aus dem Buch „Kampf der Kulturen“ von Samuel P. Huntington. Sein Buch, erschienen 1996, beschreibt den Untergang Europas seit 1900, den Untergang der USA seit den 1950er Jahren und den Aufstieg der ostasiatischen Regionen. Der zweite Text war ein Ausschnitt aus dem Evangelium des Matthäus rund um die Bergpredigt und der dritte Text das Gedicht „Donna Clara“ von Heinrich Heine (1798-1856).

Es war ziemlich kalt in dieser Nacht, vor allem dann, wenn man sich nicht bewegte, sondern sitzend las. Die Texte auszuwählen hatte die KAS mir freie Hand gelassen. Den Text aus der Bibel hatte Herr Lettau, ein Mitarbeiter von Herrn Dr. Altenhof, mir vorgeschlagen und ich hatte sofort zugegriffen: Wann kommt jemand wie ich schon dazu, diese fundamentalen Zeilen der Weltgeschichte öffentlich zu präsentieren?! Es war für mich ein Auftritt, wie ich ihn liebe: ich darf Geist präsentieren – selbst wenn mir zeitweise außer Herrn Lettau, der mich wunderbar betreute, niemand zuhörte. Aber es kamen doch immer wieder Passanten vorbei und hörten einfach rein, einzelne oder Gruppen. Manche für drei Minuten, manche auch für 20 Minuten. Sonntagmorgen um 1:30 Uhr stand sogar mehr als ein Dutzend Menschen halb im Zelt. Sie hörten mir zu, als ich über das Erstarken der Religionen in Südamerika und Südkorea las...

Der Bericht über dieses Vorlese-Ereignis über 24 Stunden aus der Sicht der KAS ist zusammen mit einigen Fotos zu der Veranstaltung unter folgendem Link einzusehen:
http://www.kas.de/bremen/de/publications/31016/.

Alle drei von mir gelesenen Texte sind unter der Rubrik "Publikationen" auf dieser Homepage nachlesbar.




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