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MK zu: Silke Hellwig, Grüße aus dem Jammertal
30.07.2012


„Die Deutschen tun sich schwer mit der Lebensfreude. Sie leiden. Sie leiden am Leben, in der Schule, in der Ehe, im Verein, an sich selbst und am Arbeitsplatz.“, schreibt Silke Hellwig in einem Artikel „Grüße aus dem Jammertal“, der am 29.7.2012 in WK/BN erschien. „Und das tun sie“, so Silke Hellwig, „nicht still, für sich, sondern in der Regel eher laut. Sie lamentieren. Sie nörgeln. Sie mäkeln und motzen. Wo liegt Deutschland?“ fragt Silke Hellwig und beantwortet die Frage selbst mit dem Hinweis: „Na, wo schon? Im Jammertal.“

Silke Hellwig hat so unrecht nicht. Ich bin ein guter Deutscher und jammere auch gerne, am liebsten über das Versagen meiner Mitmenschen und unserer Institutionen.

Allerdings überkommt mich auch ab und zu die Lust dazu, die Welt zu verbessern. Dann greife ich zum Hammer und schlage den Nagel für das Bild, das hier unpassend wirkt, dort an der Wand ein. Ich mache im Beirat Findorff auf den ziemlichen toten Tunnel am Ende der Münchener Straße aufmerksam oder auf das ungenutzte Potential der Kleingärten und ich fordere in Leserbriefen einen transparenten bremischen Staatshaushalt in Form einer Exel-Datei oder die Abschaffung der sog. „B-Besoldung“ unserer Beamten, beginnend mit fürstlichen 5.371,33 € bis hoch zu 11.292,84 €.

Mit viel Glück verändern solche Aktionen unsere Welt in einem klitzekleinen Punkt und verbessern sie vielleicht sogar. Allemal fühle ich mich dann besser.

Leider jammern die meisten unserer Mitmenschen, auch da hat Frau Hellwig Recht, ohne dass sie entsprechend aktiv werden. Wir Deutschen weichen nun mal Konflikten gerne aus oder übertreiben ihn. Jede deutsche Revolution scheiterte. In dieser Tradition stehen wir. Es ist ja auch viel einfacher, in die Welt der Sonderangebote und des Fußballs zu fliehen, zu reisen und sich abends beim Bier in trauter Runde in Rhodos über die Bremer Landespolitik aufzuregen.

Deutschland braucht ab und an mal ein bisschen Revolution. Bremen auch. Da müssen ja nicht gleich wirkliche Köpfe rollen, das als Bild würde schon genügen. Was wäre zu tun? Einfach mal den Mund aufmachen. Öffentlich.




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