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Keine Aufenthaltserlaubnis für die Familie von Pater Alexander
12.09.2012


Die russisch-orthodoxe Gemeinde Bremens feiert sonntags ihre Gottesdienste in der Findorffer Kirche St. Bonifatius.

Pater Alexander ist vor drei Monaten, als Nachfolger von Pater Michael, aus St. Petersburg gekommen und hat seinen Dienst aufgenommen. Er darf das, er hat eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Seine Frau und der 17 jährige Sohn Arseni hingegen haben von Deutschland keine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Sie waren jetzt für einige Wochen in Bremen, eingereist mit einem Visum für das Schengen-Mitgliedsland Finnland, gültig bis zum 12. September 2012. Ihre Reise nach Bremen war notwendig, um für Arseni eine Schule zu suchen. Damit hatten sie Erfolg. Die katholische Schule Sankt Johann in der Stadtmitte nahm ihn auf.

Die russisch-orthodoxe Gemeinde feiert ihre Gottesdienste in Findorff, wo ich wohne, zudem in einer Kirche, die ich 1959 mit gebaut habe und sei es nur dadurch, dass wir Ministranten damals einen Baum pflanzten, der heute noch steht. Wegen des Gedankens der Ökumene müsste sich jeder Christ in dieser Stadt mit dieser Gemeinde sehr verbunden fühlen.

Als ich von einem Mitarbeiter der Kulturbehörde hörte, dass wohl Pater Alexander eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis bekam, aber seiner Frau und seinem Sohn eine Aufenthaltserlaubnis versagt wurde, war ich sehr erstaunt. Ich selber war mit meiner Frau vier Jahre in Estland und zwei Jahren Bulgarien. Selbstverständlich bekam meine Frau automatisch eine Aufenthaltserlaubnis. Offenbar gibt es kein entsprechendes Kulturabkommen zwischen Deutschland und Russland, dass eine solche Automatik bewirken würde. Wenn dass der Hinderungsgrund sein sollte, ist das ebenfalls erstaunlich. Immerhin kann Deutschland und kann Bremen an einer festen Beziehung zu der russisch-orthodoxen Kirche in Russland nur gelegen sein.

Hier geht es um eine zeitlich befristete Aufenthaltserlaubnis für die Ehefrau und den Sohnes von Pater Alexander, gebunden an die Tätigkeit von Pater Alexander, und um eine Einzelfallentscheidung.

Die Kontakte der Kulturbehörde zum Innenressort zur bremischen evangelischen Kirche (BEK) und zur katholischen Gemeinde sind gut. Die BEK verwies darauf, dass just in den letzten Tagen das Bundesverwaltungsgericht Leipzig entschieden hat, dass das gesetzliche Erfordernis des Nachweises deutscher Sprachkenntnisse beim Nachzug ausländischer Ehegatten zu Deutschen nur eingeschränkt gilt. Hier wäre also schon eine gesetzliche Möglichkeit. Aber alle Bemühungen, dass die Familie von Pater Alexander eine Aufenthaltserlaubnis für Bremen bekommt, waren fruchtlos. Frau und Sohn werden von der Ausländerbehörde weiterhin als ganz normale Bewerber behandelt, die erst einmal Deutsch lernen müssen, bevor sie ein solches Dokument bekommen.

Die Frau von Pater Alexander ist schon wieder in Sankt Petersburg. Ob Arseni mitgeflogen ist, weiß ich nicht.

Eine Schlussbemerkung erlaube ich mir denn doch: in den letzten Wochen war wiederholt in den Medien die Rede davon, dass in Bremen Hunderte von Salafisten leben, die unsere Stadt und unserem Staat nicht anerkennen. Von den 2.000 Mitgliedern der mafiösen Familie M. will ich gar nicht erst reden. Sonntags feiern rund 150 Menschen der russisch-orthodoxen Gemeinde Bremen in Sankt Bonifatius ihren Gottesdienst. Anders als in unseren christlichen und den islamischen Gemeinden feiern hier ganze Familien. Wenn dieser Gesellschaft daran liegt, Menschen zu fördern, die Bindungen eingehen, dann besteht hier zu Gunsten der russisch-orthodoxen Gemeinde ein dringender Handlungsbedarf.




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